Pickerl neu ab Mai 2027: was sich ändert
Ab 19. Mai 2027 gilt für Pkw und Motorräder das Intervall 4-2-2-2-1 statt 3-2-1, und der viermonatige Toleranzzeitraum nach dem Fälligkeitsmonat entfällt ersatzlos.
Zahnriemen halten je nach Motor 60.000 bis 240.000 Kilometer, doch die Zeitgrenze von fünf bis zehn Jahren wird bei Wenigfahrern fast immer zuerst erreicht.

Kurz gesagt: Ein Zahnriemen hält je nach Motor zwischen 60.000 und 240.000 Kilometern. Zusätzlich gilt immer eine Zeitgrenze von meist fünf bis zehn Jahren, die auch bei geringer Fahrleistung erreicht wird. Maßgeblich ist ausschließlich die Vorgabe des Herstellers für Ihr konkretes Fahrzeug mit Motorkennbuchstaben und Baujahr.
Der Zahnriemen verbindet Kurbelwelle und Nockenwelle. Er sorgt dafür, dass Ventile und Kolben im richtigen Takt arbeiten. Reißt er, stehen beide Bauteile im Weg. Das ist der Grund, warum der Hersteller ein festes Intervall vorschreibt und nicht auf eine Verschleißanzeige wartet.
Die Spannweite ist groß. Ältere Kleinwagenmotoren liegen bei 60.000 bis 90.000 Kilometern. Moderne Dieselmotoren aus dem VW-Konzern erreichen bis zu 240.000 Kilometer. Zwei Motoren derselben Marke können völlig unterschiedliche Werte haben. Wann Sie den Zahnriemen wechseln lassen müssen, hängt deshalb nicht am Modellnamen, sondern am Motorkennbuchstaben.
Nicht jeder Motor hat überhaupt einen Zahnriemen. Viele aktuelle Motoren von BMW, Mercedes, Toyota, Honda sowie neuere Baureihen von Hyundai und Kia arbeiten mit einer Steuerkette. Die Kette ist auf Motorlebensdauer ausgelegt, kann sich aber längen. Ob Ihr Fahrzeug Riemen oder Kette hat, klären wir mit einem Blick in die Herstellerdaten.
Die folgenden Werte sind Richtwerte aus der Werkstattpraxis und der Fachliteratur. Sie ersetzen keine Prüfung der Herstellervorgabe. Innerhalb einer Marke schwanken die Angaben je nach Motor, Baujahr und Markt teils erheblich.
| Marke / Motor | Intervall (Richtwert) |
|---|---|
| VW, Audi, Škoda, SEAT – TDI (EA189, EA288) | 120.000 bis 240.000 km, Zeitgrenze beachten |
| VW, Audi, Škoda, SEAT – TSI Benziner (EA211) | je nach Ausführung, häufig 120.000 bis 210.000 km |
| Ford – TDCi Diesel | rund 150.000 bis 200.000 km oder 10 Jahre |
| Ford – 1.0 und 1.5 EcoBoost | Nasszahnriemen, deutlich kürzer, siehe unten |
| Opel – CDTI und ältere Benziner | rund 90.000 bis 150.000 km oder 10 Jahre |
| Renault, Dacia – 1.5 dCi und Benziner | rund 120.000 km, Zeitgrenze oft 5 bis 6 Jahre |
| Peugeot, Citroën, DS – 1.2 PureTech | Nasszahnriemen, frühe Kontrolle nötig |
| Fiat, Jeep – Motoren aus dem Stellantis-Baukasten | fahrzeugbezogen prüfen, teils Nasszahnriemen |
| Hyundai, Kia – ältere CRDi und Benziner | Zahnriemen, neuere Baureihen meist Steuerkette |
| Toyota, Honda – aktuelle Motoren | überwiegend Steuerkette, Ausnahmen möglich |
| BMW, Mercedes – aktuelle Motoren | überwiegend Steuerkette, ältere Diesel teils Riemen |
Ein Beispiel für den Zeitfaktor: Für einen älteren Mercedes B 180 CDI werden 200.000 Kilometer oder 10 Jahre genannt. Wer 8.000 Kilometer im Jahr fährt, erreicht die Kilometergrenze nie. Die Zeitgrenze dagegen läuft ab.
Der Riemen besteht aus Gummi mit Faserverstärkung. Gummi altert durch Wärme, Sauerstoff und Ozon, auch wenn das Auto steht. Er wird hart, verliert Elastizität und bekommt feine Risse an den Zahnflanken. Ein Fahrzeug mit 45.000 Kilometern und zwölf Jahren ist deshalb kein sicherer Fall, sondern ein Kandidat für den Wechsel.
Zeitgrenze ernst nehmen: Es gilt immer, was zuerst eintritt – Kilometer oder Jahre. Bei Wenigfahrern in Wien ist fast immer die Zeitgrenze zuerst dran. Prüfen Sie das Datum des letzten Wechsels im Serviceheft, nicht nur den Kilometerstand.
Gerade bei Gebrauchtwagen fehlt dieser Nachweis oft. Ohne Beleg über den erfolgten Wechsel sollten Sie vom ungünstigeren Fall ausgehen. Wir prüfen den Stand im Rahmen des laufenden Service und halten fest, wann der nächste Termin fällig ist.
Seit einigen Jahren laufen manche Zahnriemen direkt im Motoröl. Das senkt Reibung und Verbrauch, macht den Riemen aber empfindlich. Betroffen sind unter anderem der Ford 1.0 EcoBoost der Baujahre 2012 bis 2019, der 2.0 EcoBlue Diesel, der 1.2 PureTech von Peugeot, Citroën, DS, Opel, Fiat und Jeep sowie der Honda 1.0 VTEC Turbo. Auch bei VW-Dieseln der Baureihe EA288 treibt ein Riemen im Ölbad die Ölpumpe an.
Das Problem: Die Außenschicht des Riemens kann sich ablösen. Die Gummipartikel wandern in den Ölkreislauf und setzen das Sieb der Ölpumpe zu. Dann fehlt Öldruck, und der Motor nimmt Schaden, noch bevor der Riemen selbst reißt. In der Praxis treten diese Fälle häufig zwischen 60.000 und 100.000 Kilometern auf, also deutlich vor dem nominellen Intervall.
Nasszahnriemen: Halten Sie das Ölwechselintervall unverkürzt ein und verwenden Sie ausschließlich Öl in der vorgeschriebenen Freigabe. Bei diesen Motoren empfehlen wir zusätzlich eine Sichtprüfung des Ölpumpensiebs. Verlängerte Longlife-Intervalle sind hier der falsche Weg. Mehr dazu unter Ölwechsel.
Ein Zahnriemen kündigt sein Ende selten deutlich an. Es gibt aber Hinweise, die auf den Riementrieb zeigen. Ein hohes Quietschen oder Pfeifen aus dem Bereich der Riemenabdeckung deutet auf eine trockene oder falsch gespannte Rolle hin. Ein Rasseln oder Mahlen beim Kaltstart, das nach wenigen Sekunden verschwindet, kommt oft von einem verschlissenen Spannerlager.
Weitere Anzeichen sind ein leicht unrunder Motorlauf, spürbarer Leistungsverlust und Fehlerspeichereinträge zur Nockenwellenposition. Wenn der Riemen einen Zahn übersprungen hat, stimmt die Steuerzeit nicht mehr. Bei solchen Symptomen sollten Sie nicht abwarten, sondern eine Fehlerdiagnose durchführen lassen. Öl oder Kühlmittel an der Riemenabdeckung ist ebenfalls ein Grund für eine sofortige Kontrolle, weil beides den Riemen angreift.
Nahezu alle modernen Motoren sind sogenannte Interferenzmotoren. Ventile und Kolben nutzen denselben Raum, nur zeitversetzt. Fällt der Riemen aus, bleibt die Nockenwelle stehen, die Kurbelwelle dreht weiter. Die Kolben treffen auf offene Ventile. Innerhalb weniger Umdrehungen verbiegen Ventile, Ventilführungen werden beschädigt, im schlechteren Fall nehmen Kolbenböden, Zylinderkopf und Pleuel Schaden.
Die Reparatur bedeutet dann Zylinderkopf abnehmen, Ventile erneuern, Kopf planen, oft auch Kolben und Lager prüfen. Ein solcher Aufwand liegt regelmäßig im vierstelligen Bereich, bei größeren Schäden ist ein Austauschmotor die wirtschaftlichere Lösung. Der planmäßige Wechsel kostet dagegen einen Bruchteil davon und bleibt üblicherweise im mittleren dreistelligen Bereich. Dieses Verhältnis ist der eigentliche Grund, warum sich hier kein Aufschieben lohnt.
Der Riemen allein ist selten die ganze Arbeit. Sinnvoll ist immer ein kompletter Satz: Zahnriemen, Spannrolle und Umlenkrollen. Die Rollen laufen genauso lange mit und ihre Lager sind die häufigste Ursache für einen vorzeitigen Ausfall. Eine blockierende Rolle zerstört den neuen Riemen innerhalb von Sekunden.
Wird die Wasserpumpe vom Zahnriemen angetrieben, gehört sie ebenfalls dazu. Sie liegt hinter derselben Abdeckung, die Zerlegearbeit ist bereits erledigt. Eine spätere separate Erneuerung bedeutet den gleichen Ausbau ein zweites Mal. Unterm Strich ist der Komplettsatz mit Wasserpumpe deutlich günstiger als zwei getrennte Reparaturen. Dazu kommen frisches Kühlmittel und, je nach Motor, neue Dichtungen und Schrauben, die als Dehnschrauben nur einmal verwendet werden dürfen.
In unserer Werkstatt in der Breitenfurter Straße 28 in 1120 Wien führen wir den Wechsel nach Herstellervorgabe durch. Wir ermitteln zuerst anhand von Fahrgestellnummer und Motorkennbuchstaben, welches Intervall für Ihr Fahrzeug tatsächlich gilt und welche Teile im Satz vorgesehen sind. Danach erhalten Sie einen Fixpreis, bevor die Arbeit beginnt.
Wir arbeiten mit Spezialwerkzeug zum Arretieren von Kurbel- und Nockenwelle und kontrollieren die Steuerzeiten nach der Montage. Der durchgeführte Wechsel wird mit Datum und Kilometerstand in Ihre Serviceunterlagen eingetragen, damit der Nachweis beim nächsten Pickerl und beim Verkauf vorliegt. Details zur Leistung finden Sie unter Zahnriemen und Getriebe.
Sie sind unsicher, ob bei Ihrem Auto ein Riemen oder eine Kette verbaut ist, oder wann der letzte Wechsel stattgefunden hat. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns über Kontakt. Wir sehen im Herstellersystem nach und sagen Ihnen, was ansteht.
Maßgeblich ist der Herstellerplan zu Ihrer Fahrgestellnummer und Ihrem Motorkennbuchstaben. Diese Daten stehen im Fahrzeugschein und auf dem Motor. Wir lesen den vorgesehenen Wert im Herstellersystem aus und gleichen ihn mit Kilometerstand und Erstzulassung ab.
Immer das, was zuerst eintritt. Bei Wenigfahrern ist das fast immer die Zeitgrenze von meist fünf bis zehn Jahren. Ein Auto mit 50.000 Kilometern und elf Jahren ist fällig, auch wenn die Kilometergrenze weit entfernt liegt.
Eine Steuerkette hat kein festes Wechselintervall, ist aber nicht wartungsfrei. Sie kann sich längen, vor allem bei zu langen Ölwechselintervallen. Rasseln beim Kaltstart und Fehlereinträge zur Nockenwellenposition sind Hinweise, die geprüft gehören.
Dieser Riemen läuft im Motoröl. Löst sich seine Außenschicht ab, gelangen Gummipartikel in den Ölkreislauf und setzen das Sieb der Ölpumpe zu. Der Motor kann dadurch Schaden nehmen, bevor der Riemen reißt. Kurze Ölwechselintervalle und die korrekte Ölfreigabe sind hier entscheidend.
Nein, der Zahnriemen ist kein Prüfpunkt der wiederkehrenden Begutachtung. Er wird bei geschlossener Abdeckung auch nicht sichtbar. Die Verantwortung für die Einhaltung des Intervalls liegt beim Fahrzeughalter, deshalb dokumentieren wir jeden Wechsel in den Serviceunterlagen.
Ab 19. Mai 2027 gilt für Pkw und Motorräder das Intervall 4-2-2-2-1 statt 3-2-1, und der viermonatige Toleranzzeitraum nach dem Fälligkeitsmonat entfällt ersatzlos.
Zwischen der günstigsten und der teuersten Prüfstelle in Wien liegen mehr als 90 Euro – für exakt dieselbe gesetzliche Leistung. Woran das liegt und worauf Sie achten sollten.
Der Toleranzzeitraum ist großzügiger, als viele denken – und danach wird es unangenehmer, als die meisten erwarten. Ein Überblick über Fristen, Strafen und Haftung.
Rufen Sie an. Wir sagen Ihnen ehrlich, was zu tun ist und was es kostet – bevor Sie herkommen.