Pickerl neu ab Mai 2027: was sich ändert
Ab 19. Mai 2027 gilt für Pkw und Motorräder das Intervall 4-2-2-2-1 statt 3-2-1, und der viermonatige Toleranzzeitraum nach dem Fälligkeitsmonat entfällt ersatzlos.
Kurzstrecke, kaltes Abgas, abgebrochene Regeneration: So setzt sich ein Dieselpartikelfilter zu, und daran erkennen Sie, welcher Weg noch offen ist.

Kurz gesagt: Ein Dieselpartikelfilter sammelt Ruß und verbrennt ihn in regelmäßigen Abständen selbst. Ist der Partikelfilter verstopft, weil das im Kurzstreckenbetrieb nicht mehr gelingt, steigt der Abgasgegendruck, die Warnleuchte kommt und der Motor geht in den Notlauf. Wer früh reagiert, kommt oft mit einer Regenerationsfahrt oder einer Zwangsregeneration aus statt mit einem neuen Filter.
Der Dieselpartikelfilter, kurz DPF, sitzt in der Abgasanlage hinter dem Motor. Sein Keramikkörper ist von tausenden feinen Kanälen durchzogen, die abwechselnd verschlossen sind. Das Abgas muss durch die porösen Wände strömen, der Ruß bleibt an den Wänden hängen. Der ADAC gibt an, dass ein DPF mehr als 90 Prozent des Rußes zurückhält. Damit der Filter nicht zuwächst, verbrennt er den Ruß von Zeit zu Zeit. Dieser Vorgang heißt Regeneration. Einen Überblick über die Bauteile der Abgasanlage finden Sie unter Auspuff und Abgas.
Dabei gibt es zwei Varianten. Die passive Regeneration läuft nebenbei, sobald das Abgas heiß genug ist. Fachbetriebe nennen dafür rund 250 Grad Celsius als Untergrenze, der Ruß wird dann langsam abgebaut. Die aktive Regeneration steuert das Motorsteuergerät gezielt an, meist ab einer Rußbeladung von etwa 40 bis 45 Prozent. Über eine späte Nacheinspritzung hebt es die Temperatur im Filter auf rund 600 Grad, üblich sind 550 bis 650 Grad über mindestens 15 Minuten. Ein kompletter Zyklus dauert 15 bis 30 Minuten. Je nach Fahrprofil wird er grob alle 1.000 Kilometer angestoßen.
Ein Weg von Meidling in den ersten Bezirk, dazwischen Ampeln und Stau: Ein Dieselmotor wird dabei kaum richtig warm. Die passive Regeneration findet praktisch nicht statt. Die aktive Regeneration startet zwar, wird aber abgebrochen, sobald Sie nach zehn Minuten abstellen. Beim nächsten Start beginnt das Steuergerät von vorne, die Beladung steigt in der Zwischenzeit weiter. Nach einigen Wochen dieses Musters ist der Partikelfilter verstopft, ohne dass etwas kaputt wäre.
Dazu kommt ein zweiter Effekt, den viele unterschätzen. Bei jeder abgebrochenen Regeneration gelangt ein Teil des nacheingespritzten Kraftstoffs an der Zylinderwand vorbei ins Motoröl. Der Ölstand steigt, gleichzeitig sinkt die Schmierfähigkeit. Übersteigt der Pegel die Maximalmarkierung, sperrt das Steuergerät weitere Regenerationsversuche. Kürzere Ölwechselintervalle sind im reinen Stadtbetrieb deshalb sinnvoll, auch wenn der Bordcomputer noch keinen Service anzeigt.
Diese Zeichen lassen sich nicht sicher am Symptom unterscheiden. Ein defekter Differenzdrucksensor, ein undichter Schlauch oder ein müder Turbolader erzeugen ähnliche Bilder. Deshalb steht am Anfang das Auslesen des Fehlerspeichers samt Messwerten, wie es unsere Fehlerdiagnose vorsieht.
Regeneration nicht abbrechen: Wenn Leerlaufdrehzahl, Lüfterlauf und Abgasgeruch auf eine laufende Regeneration hindeuten, stellen Sie den Motor möglichst nicht ab. Fahren Sie weiter, bis der Vorgang beendet ist. Jeder Abbruch bringt zusätzlichen Kraftstoff ins Öl und erhöht die Restbeladung.
Welcher Weg passt, hängt vom gemessenen Zustand ab: Rußbeladung, Aschemenge und Differenzdruck. Als Orientierung gilt, dass eine Zwangsregeneration bei einer Beladung von etwa 45 bis 65 Prozent meist gelingt, bei über 80 Prozent aber der Ausbau nötig wird. Beim Differenzdruck gelten grob 30 Millibar im Leerlauf und 180 Millibar bei Nennlast als kritische Marken.
| Maßnahme | Wann sinnvoll | Größenordnung |
|---|---|---|
| Freibrennfahrt | Warnleuchte an, kein Notlauf, Beladung noch moderat: 20 bis 30 Minuten gleichmäßig bei 2.000 bis 3.000 Umdrehungen | nur Kraftstoffkosten |
| Zwangsregeneration in der Werkstatt | Regeneration wird vom Steuergerät gesperrt, Beladung etwa 45 bis 80 Prozent, Filterkörper intakt | Diagnose plus rund eine Arbeitsstunde, meist unterer dreistelliger Bereich |
| Reinigung im ausgebauten Zustand | Beladung über 80 Prozent oder viel Asche, Keramik aber unbeschädigt | Reinigung selbst rund 300 bis 500 Euro, dazu Aus- und Einbau |
| Austausch | Keramik gerissen oder aufgeschmolzen, Aschegrenze erreicht, meist ab 120.000 bis 180.000 Kilometern | rund 1.000 bis 3.000 Euro je nach Fahrzeug |
Diese Zahlen sind Rahmenwerte aus dem deutschsprachigen Markt, die Spreizung ist groß. Ein Originalfilter kostet je nach Modell zwischen etwa 700 und 3.500 Euro, die Arbeitszeit für den Tausch liegt oft bei 400 bis 800 Euro, weil der Ausbau zwei bis vier Stunden dauern kann. Was in Ihrem Fall zutrifft, ergibt sich erst nach der Messung am Fahrzeug.
Der Ausbau des Filters oder das Abschalten per Software ist keine Reparatur, sondern ein Eingriff in die Abgasnachbehandlung. In Österreich führt das zur Beanstandung bei der wiederkehrenden Begutachtung nach Paragraf 57a, die wir im Rahmen des Pickerls durchführen. Bei Kontrollen in Wien wurden bereits Kennzeichentafeln abgenommen und Zulassungsscheine eingezogen; Medienberichte nennen Verwaltungsstrafen bis 5.000 Euro und eine Neuzulassung erst nach Einbau eines funktionierenden Filters.
Die Abgasprüfung selbst läuft bei modernen Dieseln in Österreich über das Auslesen der Onboard-Diagnose. Eine Partikelanzahlmessung am Endrohr ist nach derzeitigem Stand nicht Teil der österreichischen Begutachtung. In Deutschland ist sie seit 1. Juli 2023 für Diesel ab Euro 6 vorgeschrieben. Darauf zu setzen, dass ein fehlender Filter unentdeckt bleibt, ist trotzdem riskant: Die Abgasanlage wird sichtbar geprüft, und Fehlereinträge sowie unplausible Messwerte fallen beim Auslesen auf.
Kein Ausbau, keine Softwarelösung: Ein entfernter oder stillgelegter Dieselpartikelfilter ist im öffentlichen Verkehr unzulässig. Neben Strafe und Kennzeichenabnahme droht der Verlust des Versicherungsschutzes bei der Kaskoabwicklung. Seriöse Betriebe reinigen oder ersetzen den Filter, sie entfernen ihn nicht.
Ganz vermeiden lässt sich das Thema im Stadtbetrieb nicht, entschärfen aber schon. Planen Sie alle ein bis zwei Wochen eine längere Fahrt ein, etwa auf der Südautobahn oder der Wiener Außenring Autobahn, 20 bis 30 Minuten am Stück bei gleichmäßiger Last. Ein niedrigerer Gang mit höherer Drehzahl bringt das Abgas schneller auf Temperatur als Schaltfaulheit. Beobachten Sie den Ölstand und halten Sie das Ölwechselintervall eher kürzer, wenn Sie überwiegend kurze Strecken fahren. Achten Sie außerdem auf freigegebene Low-SAPS-Öle, weil aschearme Öle den Filter langsamer zusetzen.
In der Breitenfurter Straße 28 beginnen wir mit dem Auslesen aller Steuergeräte und der Live-Messwerte: Rußbeladung, Aschebeladung, Differenzdruck, Abgastemperaturen und die Zahl der abgebrochenen Regenerationen. Erst danach entscheidet sich der weitere Weg. Ist der Filter noch aufnahmefähig, führen wir eine Zwangsregeneration durch und prüfen anschließend, ob die Werte stabil bleiben. Zeigt sich ein defekter Differenzdrucksensor oder ein undichter Druckschlauch, tauschen wir das Bauteil statt des Filters.
Ist der Filter stark beladen, empfehlen wir die Reinigung im ausgebauten Zustand, solange die Keramik intakt ist. Das ist in aller Regel deutlich günstiger als ein neuer Filter. Erst wenn der Körper gerissen, aufgeschmolzen oder die Aschegrenze erreicht ist, raten wir zum Austausch. Wenn sich der Ölstand durch Kraftstoffeintrag erhöht hat, gehört ein Ölwechsel dazu. Für eine Einschätzung genügt ein Termin über unser Kontaktformular.
AdBlue hat mit dem Rußfilter nichts zu tun. Die Harnstofflösung wird in den SCR-Katalysator eingespritzt und wandelt Stickoxide in Stickstoff und Wasser um. Der Partikelfilter dagegen hält feste Rußpartikel zurück. Beide Systeme sitzen in derselben Abgasanlage und melden sich über dieselbe Motorkontrollleuchte, haben aber unterschiedliche Ursachen. Ein leerer AdBlue-Tank endet je nach Fahrzeug in einer Startsperre, ein voller Rußfilter im Notlauf. Welches der beiden Systeme meldet, klärt der Fehlerspeicher in wenigen Minuten.
Kurzfristig ja, wenn der Motor normal läuft. Leuchtet nur die Filterleuchte ohne Notlauf, ist meist eine Regenerationsfahrt von 20 bis 30 Minuten bei gleichmäßiger Last der richtige erste Schritt. Kommt zusätzlich die Motorkontrollleuchte oder geht der Motor in den Notlauf, sollten Sie zeitnah in eine Werkstatt fahren.
Rechnen Sie mit 20 bis 30 Minuten am Stück bei etwa 2.000 bis 3.000 Umdrehungen, idealerweise auf Autobahn oder Schnellstraße. Die aktive Regeneration braucht rund 600 Grad im Filter über mindestens 15 Minuten. Stop-and-go im Stadtverkehr reicht dafür nicht.
Die Reinigung des ausgebauten Filters liegt grob bei 300 bis 500 Euro, dazu kommt der Aus- und Einbau. Ein Austausch bewegt sich je nach Fahrzeug im Rahmen von rund 1.000 bis 3.000 Euro. Die genaue Summe hängt stark vom Modell und vom Ausbauaufwand ab.
Für die aktive Regeneration spritzt der Motor zusätzlichen Kraftstoff spät ein. Ein Teil davon gelangt an der Zylinderwand vorbei ins Motoröl, besonders bei abgebrochenen Regenerationen. Steigt der Pegel über die Maximalmarkierung, sperrt das Steuergerät weitere Regenerationen und ein Ölwechsel wird nötig.
Nein. Ausbau oder Stilllegung per Software sind im öffentlichen Verkehr unzulässig und führen bei der Begutachtung nach Paragraf 57a zur Beanstandung. Bei Kontrollen in Wien wurden Kennzeichen abgenommen, Berichte nennen Verwaltungsstrafen bis 5.000 Euro.
Ab 19. Mai 2027 gilt für Pkw und Motorräder das Intervall 4-2-2-2-1 statt 3-2-1, und der viermonatige Toleranzzeitraum nach dem Fälligkeitsmonat entfällt ersatzlos.
Zwischen der günstigsten und der teuersten Prüfstelle in Wien liegen mehr als 90 Euro – für exakt dieselbe gesetzliche Leistung. Woran das liegt und worauf Sie achten sollten.
Der Toleranzzeitraum ist großzügiger, als viele denken – und danach wird es unangenehmer, als die meisten erwarten. Ein Überblick über Fristen, Strafen und Haftung.
Rufen Sie an. Wir sagen Ihnen ehrlich, was zu tun ist und was es kostet – bevor Sie herkommen.